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Tagebuch schreiben anfangen und dranbleiben: ehrliche Tipps statt Morgenroutine

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Fast jeder hat irgendwo ein Notizbuch, in dem die ersten zwölf Seiten beschrieben sind und der Rest leer ist. Meistens beginnt es im Januar oder nach einem Urlaub, mit sehr viel Elan, und irgendwann im Februar ist es vorbei. Das liegt selten an fehlender Disziplin. Meistens war der Anspruch einfach zu hoch.

Der erste Eintrag muss nichts können

Viele warten mit dem Anfangen auf einen besonderen Tag oder schreiben auf die erste Seite einen langen Text darüber, warum sie jetzt Tagebuch führen. Das ist schön, setzt aber eine Messlatte, an der jeder folgende Eintrag scheitert.

Besser ist es, mitten im Alltag anzufangen. Heute, mit dem, was heute war. Zum Beispiel so:

Heute früh das Fenster aufgemacht und es roch zum ersten Mal nach Herbst.

Das ist ein vollständiger Eintrag. Mehr braucht es nicht, um anzufangen.

Kurz schlägt lang

Der wichtigste Trick beim Dranbleiben ist, die Einträge so kurz zu machen, dass es keine Ausrede gibt. Ein Satz pro Tag ist genug. An Tagen, an denen man Lust hat, wird es von allein mehr. Wer sich vornimmt, jeden Abend eine Seite zu schreiben, hat nach einer Woche einen Abend, an dem das nicht geht, und dann fühlt sich der ganze Plan kaputt an.

Ein Satz dagegen geht immer. Auch nach einem langen Arbeitstag:

Bei der Arbeit lief heute wenig rund. Abends hab ich mir dafür richtig was Gutes gekocht.

Einen festen Anker suchen

Gewohnheiten halten besser, wenn sie an etwas hängen, das man ohnehin jeden Tag macht. Ein paar Möglichkeiten, die sich bewähren:

  1. Direkt nach dem Zähneputzen, bevor man ins Bett geht.
  2. In der Bahn auf dem Heimweg, zwischen zwei Stationen.
  3. Beim ersten Kaffee am nächsten Morgen, über den Vortag.
  4. Sonntagabends, als kurzer Wochenrückblick, wenn täglich nicht klappt.

Welcher Anker passt, merkt man nach ein, zwei Wochen. Wichtig ist nur, dass es ein Moment ist, in dem man das Notizbuch oder das Handy sowieso in der Nähe hat.

Verpasste Tage sind kein Drama

Irgendwann kommt die Lücke. Drei Tage nichts geschrieben, dann eine Woche. An dieser Stelle hören die meisten auf, weil sie das Gefühl haben, die Kette sei gerissen. Dabei ist ein Tagebuch keine Strichliste. Man kann einfach weitermachen, ohne die Lücke zu erklären. Oder man trägt einen Satz für die verpassten Tage nach, wenn einem noch etwas einfällt.

Hilfreich ist, sich von Zahlen zu verabschieden. Nicht „jeden Tag“, sondern „so oft wie möglich“. Wer im Monat fünfzehn Einträge hat, hat fünfzehn Tage festgehalten, die sonst weg wären.

Wenn man nicht weiß, worüber

Das leere Blatt ist der zweite große Grund, warum Tagebücher liegen bleiben. Ein paar Wege drum herum:

  1. Eine feste Frage benutzen, zum Beispiel: Welcher Moment ist dir heute am meisten hängen geblieben?
  2. Drei Dinge aufschreiben, die heute gut waren.
  3. Nur beschreiben, was man gerade sieht, hört oder riecht.
  4. Ein Foto vom Tag nehmen und einen Satz dazu schreiben.
  5. Einen Satz aus dem Buch abschreiben, das man gerade liest, und was man dabei denkt.

Eine längere Liste mit Schreibimpulsen gibt es im Leitfaden Tagebuch-Fragen für den Abend. Wer es mit Dankbarkeit versuchen will, liest am besten diesen Text zum Dankbarkeitstagebuch.

Papier oder App?

Papier hat etwas, das keine App ersetzen kann: die eigene Handschrift, das Rascheln, den Stift, der so gut schreibt, dass die Einträge gleich länger werden. Dafür liegt das Notizbuch abends oft im falschen Zimmer und ist im Urlaub zu schwer.

Eine App hat man immer dabei, und das ist für das Dranbleiben ein großer Vorteil. Bei Tagebuch-Apps sollte man allerdings genau hinschauen, wo die Einträge landen. Ein Tagebuch ist so ziemlich das Privateste, was man schreibt. Es lohnt sich, eine App zu wählen, die ohne Konto auskommt und die Texte nicht auf fremden Servern speichert.

Man muss sich übrigens nicht entscheiden. Manche schreiben unterwegs digital und zu Hause auf Papier.

Nach ein paar Wochen zurücklesen

Der schönste Moment kommt meistens nach einem Monat: Man scrollt oder blättert zurück und liest Sätze, an die man sich schon nicht mehr erinnert hat. Das Telefonat mit Mama, der Regentag am Fenster, der Lieblingsplatz im Café. Spätestens dann merkt man, wofür das alles gut war, und das ist die beste Motivation, weiterzumachen.

In Ownmost

Ownmost ist für genau diese kurzen, regelmäßigen Einträge gebaut. Du brauchst kein Konto, deine Einträge bleiben auf deinem Gerät, und Schreiben und Lesen funktionieren ohne Internet. Ein Datum verpasst? Du kannst Einträge auch für vergangene Tage schreiben. Hast du schon ein halbvolles Papiertagebuch, fotografierst du eine Seite, und der Text wird direkt auf dem Gerät erkannt und in das Feld übernommen, in dem du gerade schreibst. Im Kalender siehst du an kleinen Symbolen, an welchen Tagen du etwas geschrieben hast. Mit einem Passwort und Face ID oder Fingerabdruck bleibt das Ganze zu. Kostenlos sind 30 Einträge möglich, und im Browser kannst du es ohne Installation ausprobieren, mit einem Monat Beispieleinträgen.

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