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Tagebuch-Fragen für den Abend: 30 Schreibimpulse, wenn das Blatt leer bleibt

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Man nimmt sich vor, heute Abend Tagebuch zu schreiben, setzt sich hin und dann: nichts. Der Tag war voll, aber im Kopf ist er plötzlich ein einziger grauer Block. Genau dafür sind Schreibimpulse da. Eine gute Frage zieht einen Faden aus dem Tag heraus, und an dem kann man dann weiterziehen.

Warum feste Fragen helfen

„Wie war dein Tag?“ ist eine schwierige Frage. Man antwortet darauf meistens mit „ganz okay“, egal ob man es einem Freund sagt oder sich selbst ins Tagebuch schreibt. Eine engere Frage wie „Was hat dich heute überrascht?“ zwingt den Kopf, etwas Bestimmtes zu suchen. Und sobald man eine Szene gefunden hat, schreibt sich der Rest fast von allein.

Manche Leute benutzen jeden Abend dieselben drei Fragen. Andere ziehen sich jeden Tag eine neue. Beides funktioniert. Feste Fragen haben den Vorteil, dass man nach ein paar Wochen sehr gut vergleichen kann, was einen beschäftigt hat. Wechselnde Fragen halten es frisch.

Drei Fragen für jeden Abend

Ein Rückblick mit drei Fragen ist ein guter Anfang, weil er in fünf Minuten erledigt ist:

  1. Welcher Moment ist dir heute am meisten hängen geblieben?
  2. Was lief heute nicht so gut?
  3. Ein Satz an dich für morgen.

Die erste Frage holt das Beste aus dem Tag, die zweite lässt Platz für das, was genervt hat, ohne gleich ein Drama daraus zu machen. Und die dritte ist eine kleine Notiz an das eigene Ich, das morgen früh aufwacht. Das kann so aussehen:

  1. Der Sonnenuntergang auf dem Heimweg.
  2. Sport schon wieder verschoben.
  3. Sorry, Zukunfts-Ich, morgen gehe ich wirklich.

Oder an einem anderen Tag:

  1. Abendessen mit Tom nach Ewigkeiten.
  2. Portemonnaie zu Hause vergessen.
  3. Eins nach dem anderen.

Kurze Antworten sind völlig in Ordnung. Wenn bei einer Frage mehr kommt, schreibt man eben weiter.

Fragen für ganz normale Tage

  1. Was war heute das Erste, woran du nach dem Aufwachen gedacht hast?
  2. Welches Geräusch, welcher Geruch ist dir heute aufgefallen?
  3. Mit wem hast du heute am längsten geredet, und worüber?
  4. Was hast du heute zum ersten Mal gemacht, und sei es nur ein neuer Weg zum Bäcker?
  5. Was hast du heute aufgeschoben, und warum eigentlich?
  6. Welche Kleinigkeit hat dich heute gefreut?
  7. Wo warst du heute draußen, und wie war das Wetter dort?
  8. Was hast du heute gegessen, das du dir merken willst?

Fragen für anstrengende Tage

  1. Was hat dich heute am meisten Kraft gekostet?
  2. Was hättest du heute gern anders gesagt?
  3. Gab es trotzdem einen Moment, in dem du kurz durchatmen konntest?
  4. Was kannst du heute Abend noch für dich tun, auch wenn es klein ist?
  5. Was davon wird in einer Woche noch wichtig sein?
  6. Wer könnte dir morgen helfen, wenn du fragst?

Fragen, die weiter zurückschauen

  1. Was hat dich in diesem Monat öfter beschäftigt, als du gedacht hättest?
  2. Welcher Ort ist dir in letzter Zeit ans Herz gewachsen?
  3. Was machst du heute anders als vor einem Jahr?
  4. Welches Buch, welches Lied, welcher Satz geht dir gerade nicht aus dem Kopf?
  5. Wem würdest du gern mal einen Brief schreiben, und was stünde drin?
  6. Was würdest du deinem Ich von vor zehn Jahren sagen?

Fragen für Wochenenden und freie Tage

  1. Was hast du heute gemacht, nur weil du Lust darauf hattest?
  2. Wie lange hast du heute geschlafen, und wie hat sich das angefühlt?
  3. Was hast du heute in deinem Kiez entdeckt, das dir vorher nie aufgefallen ist?
  4. Mit wem hättest du den Tag gern verbracht?
  5. Was soll von diesem Wochenende im Gedächtnis bleiben?

Eine Frage reicht

Keine Liste ist dafür gedacht, abgearbeitet zu werden. An den meisten Abenden reicht eine einzige Frage. Man liest sie, denkt kurz nach und schreibt los. Wenn eine Frage gar nichts auslöst, nimmt man die nächste. Und wenn man mittendrin merkt, dass man über etwas ganz anderes schreiben will, ist das genau richtig.

Wer abends meistens nur Gutes aufschreiben möchte, findet im Leitfaden zum Dankbarkeitstagebuch eine ruhigere Variante. Und wenn das Problem eher ist, überhaupt dranzubleiben, hilft vielleicht der Text zum Tagebuchschreiben anfangen.

In Ownmost

Die drei Abendfragen von oben gibt es in Ownmost als Vorlage „Tagesrückblick“. Wenn du „Eine Frage nach der anderen“ einschaltest, erscheint jede Frage allein auf dem Bildschirm, sodass du dich nur auf diese eine konzentrierst. Außerdem wechselt jeden Tag die „Frage des Tages“, falls du lieber einen neuen Impuls möchtest. Und wenn dir das Tippen abends zu viel ist, tippst du aufs Mikrofon und sprichst deine Antwort, sie landet als Text in dem Feld, in dem du gerade schreibst, eine Aufnahme wird nicht gespeichert. Ausprobieren kannst du das alles im Browser, ohne Installation.

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